29.06.2007 | 18:10

Bauer: NÖ Weg bei NATURA 2000 ein Erfolg

In drei Alpinregionen Reduzierung durch Feinabstimmung

Das Schutzgebietssystem NATURA 2000 und die Zusammenarbeit mit Grundeigentümern sei der einzig erfolgversprechende Weg und in Niederösterreich beim Vertragsnaturschutz auch sehr erfolgreich begonnen worden, sagte gestern Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer bei einer Pressekonferenz, die einem Zwischenbericht der Neuabgrenzung der NATURA 2000 gewidmet war. Geschäftsführer Mag. Franz Maier vom Umweltdachverband ÖGNU fügte hinzu, dass Niederösterreich schon 450 Millionen Schilling für Natur und Landwirtschaft in den NATURA 2000-Gebieten flüssig machen konnte, davon 175 Millionen Schilling aus dem LIFE-Topf der EU.

In Niederösterreich wurden zwischen 1995 und 1997 19 Gebiete oder 31,3 Prozent der Landesfläche jeweils mit einstimmigen Beschlüssen der NÖ Landsregierung für das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000 gemeldet. Dabei wurden die verpflichteten Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien angewendet. Auch wurden die vorhandenen Schutzgebiete als Richtschnur genommen. Im Juli 1999 wurde ein Beirat, die ARGE Natura 2000, bestellt, der eine Feinabgrenzung der Gebiete in Niederösterreich vorzunehmen hat. Nach intensiver Arbeit und Informationsveranstaltungen in allen vier Vierteln des Landes erfolgten vor kurzem zuerst die Reduzierungen der alpinen Schutzgebiete: In den drei alpinen Regionen wurde eine Negativkartierung vorgenommen. Reduziert wurden Ötscher-Dürrenstein um 3,01 Prozent, Wienerwald-Thermenregion um 11,57 Prozent und Nordöstliche Randalpen, Hohe-Wand-Schneeberg-Rax um 27,79 Prozent. Andere Gebiete sollen folgen. Bis 2004 soll die endgültige Fixierung der europäischen Schutzgebiete vorliegen. Schon im Juni 1999 waren sich Naturschutzreferent Dr. Hannes Bauer und Landesrat Franz Blochberger darüber einig, dass es bei wirtschaftlichen Einschränkungen und Erschwernissen ein „Recht auf Abgeltung“ geben müsse. Wenn jetzt andere Aussagen fielen, so Bauer, dann vielleicht deshalb, weil sich Regierungsmitglieder von der damals gegebenen Zusage distanzieren wollen.

Rund 17.000 bäuerliche Betriebe sind Partner des Landes im Vertragsnaturschutz und erhalten bereits jetzt entsprechende Entschädigungen. Die parzellengenaue Abgrenzung der NATURA 2000-Gebiete sei derzeit erst im Laufen. Jede Summe einer Abgeltung wäre also schlichtweg Spekulation, sagte Bauer. Natürlich müsse man „letztlich auch Fragen der Entschädigung klären“. Grundsätzlich sei festzustellen, dass mehr als 95 Prozent der wirtschaftlichen Aktivitäten im gewidmeten Bauland stattfinden und damit auf Flächen, die nicht von den NATURA 2000-Gebieten berührt sind. Was mögliche Erweiterungen der NATURA 2000-Gebiete – die Vertreter des ÖGNU, Mag. Franz Maier und Dr. Thomas Ellmauer, nannten die Trockenrasengebiete des Steinfeldes nordöstlich von Wiener Neustadt – betreffe, stünden die Gespräche erst am Anfang.


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