29.06.2007 | 18:10

Verein „Im Zeichen des Kreises“ sehr aktiv

Schloss Wetzdorf: Am Wochenende startet Veranstaltungsreigen

Der Verein „Im Zeichen des Kreises“ hat auch heuer wieder zu einer Reihe von Veranstaltungen eingeladen, die an die Jahrtausende alte Geschichte erinnern und auch Zukunftsperspektiven im Weinviertel entwickeln. Das Schmidatal und hier besonders Schloss Wetzdorf sind in die Veranstaltungen eingebunden. Auftakt für das Jahr 2000 ist am Samstag, 29. April, ab 11 Uhr im Schloss Wetzdorf eine Folge von Kochkurs, Vortrag, Konzert und Lesung. Von 11 bis 13 Uhr beginnt der Kochkurs in der Schlosstaverne mit wildwachsenden Kräutern und Früchten nach Rezepten aus Urgroßmutters Küche. Anmeldungen sind an Prof. Angelica Bäumer unter der Telefonnummer 01/5134944, Fax 01/5134944-2, zu richten. Um 15 Uhr folgt dann ein Vortrag von Dr. Helmut Windl, der sich dem Thema „Idole und Sachkultur“ widmet. Ein Konzert des Saxophonquartetts der Musikschule Hollabrunn unter der Leitung von Martin Haslinger, und Gitti Andrés Lesung von Mundartgedichten aus ihrem neuen Buch schließt die Veranstaltung.

Das ist, wie gesagt, die erste Veranstaltung im heurigen Jahr. Die Mitglieder des Vereines wollen eine Kontinuität, eine Tradition begründen, die sich auch auf Geschichtliches erstreckt. Und die Geschichte ist gerade im Weinviertel sehr alt. Am Beispiel der mittelneolithischen Kreisgrabenanlage Glaubendorf II, die sich rund 200 Meter westlich der Ortschaft Kleinwetzdorf auf einer schwach geneigten Geländeterrasse befindet, zeigen sich die großen Ausmaße solcher Kulturdenkmäler. Sie besteht aus drei kreisförmig angeordneten Spitzgräben von 109, 90 und 71 Meter Durchmesser mit fünf Eingängen sowie einer Innenpalisade. Dieser Kreisgraben, der normalerweise nur unter günstigen Bedingungen aus der Luft erkennbar ist, wird seit Sommer 1999 im Gelände durch unterschiedliche Bepflanzung ersichtlich gemacht.

Die etwa 7000 Jahre alten Kreisgrabenanlagen sind im Weinviertel und in Südmähren häufig. Sie bestehen aus runden, monumentalen Erdwerken mit einem Durchmesser von 45 bis 180 Metern und aus einem bis drei konzentrisch angelegten Spitzgräben, die durch einen bis sechs Eingänge – sogenannten Erdbrücken – zu betreten waren. Jungsteinzeitliche Bauern der mährisch-ostösterreichischen Gruppe der Bemaltkeramik, auch mittelneolithische Lengyelkultur genannt, waren die Schöpfer der Kreisgrabenanlagen. Die Erbauer der Kreisgräben waren außerdem geschickte Handwerker. Vor allem in der Herstellung der Keramik erreichten sie eine hohe Qualitätsstufe. Allerdings: Der Verwendungszweck der Kreisgrabenanlagen liegt bis zum heutigen Tag im Dunkeln.


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