17.03.2015 | 17:24

Landes-Kinder- und Jugendhilfereferentenkonferenz in St. Pölten

Karmasin, Androsch und Wilfing präsentieren die Ergebnisse

Im Anschluss an die Konferenz der Landes-Kinder- und Jugendhilfereferenten in St. Pölten präsentierten Landesrat Ing. Maurice Androsch, Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin und Landesrat Mag. Karl Wilfing die Ergebnisse (von links nach rechts).
Im Anschluss an die Konferenz der Landes-Kinder- und Jugendhilfereferenten in St. Pölten präsentierten Landesrat Ing. Maurice Androsch, Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin und Landesrat Mag. Karl Wilfing die Ergebnisse (von links nach rechts).© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Im Anschluss an die Konferenz der Landes-Kinder- und Jugendhilfereferenten in St. Pölten präsentierten Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin, Landesrat Ing. Maurice Androsch und Landesrat Mag. Karl Wilfing am heutigen Dienstag die Ergebnisse:

Androsch bezog sich dabei neben dem Opferschutz zunächst auf die soziale Absicherung der Pflegeelternschaft und insbesondere das Thema Karenz. Zudem habe es in der vorangegangenen Konferenz den übereinstimmenden Wunsch nach einer aktiven Einbindung der Volksanwaltschaft gegeben. Hinsichtlich der Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, von denen es derzeit in den Erstaufnahmezentren rund 800 gebe, sagte Androsch: „In Niederösterreich wird es zukünftig zu einer maximalen Gruppengröße von zehn sowie zusätzlich höchstens zwei Notbetten bzw. zu nicht mehr als vier Gruppen pro Kinder- und Jugendeinrichtung kommen, sodass es höchstens 48 Kinder und Jugendliche pro Einrichtung geben wird."

Wilfing erinnerte daran, dass mit dem Übergang von der Kinder- und Jugendwohlfahrt zur Kinder- und Jugendhilfe auch die mobile präventive Arbeit massiv aufgewertet worden sei: „Von ca. 4 Millionen Euro im Jahr 2011 sind die Mittel auf rund 13 Millionen Euro im Jahr 2014 verdreifacht worden, um den worst case einer Heimzuweisung zu vermeiden, wobei sich die Gemeinden mit 50 Prozent an diesen Kosten beteiligen." Zusätzlich zu den vier flächendeckenden Schwerpunkten der sozialpädagogischen Familien-Intensivbetreuung, der Jugend-Intensivbetreuung, der mobilen Erziehungsberatung in den Familien und der Familienhilfe mit konkreter praktischer Unterstützung sprach der Landesrat auch das Thema der Gewaltprävention an: „Die Fachstelle für Gewaltpräventionen hat in den letzten fünf Jahren 48 Fortbildungsveranstaltungen mit 2.500 Teilnehmern, fünf Fachtagungen und 65 Workshops abgehalten und mit Kindertheaterstücken in 85 Vorstellungen über 10.000 Kinder und Jugendliche erreicht."

Karmasin hob unter den 14, zum Teil unter Einbindung des Ministeriums gefassten Beschlüssen der Landes-Kinder- und Jugendhilfereferentenkonferenz zum einen das Thema eines uneingeschränkten Karenzrechtes für Pflegeltern hervor: „Derzeit besteht laut Gesetz kein Karenzanspruch, wenn keine Adoptionsabsicht besteht. Die Pflegeltern müssen sich daher in vielen Fällen Urlaub nehmen oder sogar kündigen, um besonders herausfordernde Situationen mit oft traumatisierten Kindern bewältigen zu können." Zum anderen ging auch Karmasin auf die Gewaltprävention und die Diskrepanz zwischen einem deutlich veränderten Bewusstsein und der nach wie vor bestehenden Realität der Erziehungsmaßnahme Ohrfeige bzw. auf den im Steigen befindlichen Bereich psychischer Gewalt ein.

Abschließend verwies die Ministerin auf die seit 1. Dezember im Familienministerium angesiedelte Beratungsstelle Extremismus, die mit seither über 200 Kontakten genau so viel aufweise wie Deutschland im Jahr 2014, sowie ein in Bayern laufendes Projekt, das in Form von Familienpaten niederschwellige Hilfe in alltäglichen Notsituationen bietet, und einen weiteren wichtigen Baustein in der Prävention bilden könnte.

Nähere Informationen beim Büro LR Androsch unter 02742/9005-12576, Mag. Anton Heinzl, und e-mail anton.heinzl@noel.gv.at bzw. beim Büro LR Wilfing unter 02742/89005-12324, Florian Liehr, e-mail florian.liehr@noel.gv.at.

 

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