25.06.2014 | 15:43

Arche Noah Saatgutgewinnung wird UNESCO Kulturerbe

Pernkopf: Auszeichnung ist wichtiges Signal für den traditionellen Samenbau

Arche Noah Saatgutgewinnung wird UNESCO Kulturerbe: DI Marion Schwarz (Arche Noah),  Präsidentin Dr. Eva Nowotny und Landesrat Dr. Stephan Pernkopf (v.l.n.r.)
Arche Noah Saatgutgewinnung wird UNESCO Kulturerbe: DI Marion Schwarz (Arche Noah), Präsidentin Dr. Eva Nowotny und Landesrat Dr. Stephan Pernkopf (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Kürzlich wurden im Arche Noah Schaugarten in Schiltern neun Traditionen in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter das vom Verein Arche Noah eingereichte Element „Traditioneller Samenbau und Saatgutgewinnung". Der Verein, der sich seit bald 25 Jahren für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt einsetzt, war Gastgeber der Urkundenverleihung in Schiltern bei Langenlois.

Agrar-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf würdigte die Leistungen der ausgezeichneten Gemeinschaften: „Diese Initiativen verleihen durch die lebendige Weitergabe von Wissen und Kulturen einem Land nicht nur Herz und Seele - sie können auch europaweite Bedeutung erlangen, wie man am Beispiel der EU Saatgutverordnung sieht. Diese Verordnung würde traditionelle Sorten gefährden und der Macht der Konzerne weiteren Vorschub leisten, und es ist ein wichtiger Erfolg, dass sie durch gemeinsame Anstrengungen vorerst verhindert werden konnte."

Die traditionelle Saatgutgewinnung ist eine kulturelle Tätigkeit mit jahrtausendealten Wurzeln, die eine immense Vielfalt an Kulturpflanzen und einen großen Reichtum an Kultur-Techniken hervorbrachte. „Dieses von Generation zu Generation weitergegebene Wissen muss durch Nutzung lebendig erhalten werden", unterstreicht Frank Schumacher vom Verein Arche Noah den Wert der Auszeichnung. „Die Fähigkeit, eigenes Saatgut zu gewinnen und lokale, robuste, an den Standort angepasste Pflanzen hervorzubringen, ist und bleibt eine wichtige Grundlage für die  Sicherstellung der Ernährung. Die Auszeichnung des traditionellen Samenbaus durch die UNESCO ist von großer Bedeutung, gerade auch vor dem Hintergrund von Entwicklungen, die bäuerliches Saatgut und samenfeste Sorten zu verdrängen drohen."

Die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Dr. Eva Nowotny, betonte die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes zur Identitätsstiftung von Gemeinschaften. Die weiteren ausgezeichneten Traditionen sind das österreichische Sensenschmieden, die Mollner Maultrommel, der Gmundner Liebstattsonntag, die Traunkirchner Mordsgschicht, der Aberseer Schleuniger, das Metnitzer Kinisingen, das Gauderfest in Zell am Ziller und das Reither Nikolausspiel.

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, DI Jürgen Maier, Telefon 02742/9005-13324, e-mail lr.pernkopf@noel.gv.at, http://immaterielleskulturerbe.unesco.at/.

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