12.06.2014 | 00:40

LR Androsch informierte zu den Themen Hitze und Urlaubszeit

„Menschen darauf aufmerksam machen, dass Hitze ein gefährdendes Element für ihre Gesundheit ist"

„Die letzten Tage haben gezeigt, wie rasch es zu einer Hitzeperiode mit Temperaturen über 30 Grad kommen kann", so Gesundheits-Landesrat Mag. Maurice Androsch. Aus aktuellem Anlass informierte er heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema „Sommer, Sonne, Reise - Gesund und sicher durch die Urlaubszeit" gemeinsam mit Mag. (FH) Manfred Neubauer von der NÖ Arbeiterkammer.

Die extremen Hitzetage von drei (aus dem Zeitraum 1961 bis 1990) seien „deutlich mehr geworden" und würden bis zur Jahrhundertwende (2071 bis 2100) auf 17 ansteigen, so Androsch. Laut Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aus dem Jahr 2012 sterben in Österreich pro Tag 14 Personen während einer Hitzewelle. Das Thema Hitze müsse daher „mehr ins Bewusstsein der Niederösterreicher gerückt werden", so der Landesrat.

Es müsse „präventiv und vorbeugend" gearbeitet werden, so Androsch. Nächstes Jahr werde in Niederösterreich ein Hitzeplan, wie es ihn bereits in der Steiermark und in Kärnten gibt, zum Einsatz kommen. In Zusammenarbeit des Landes Niederösterreich mit der ZAMG sollen vor allem Bedarfsträger wie Altersheime, Krankenhäuser, Kinderbetreuungseinrichtungen, etc. durch regionalisierte Hitzewarnungen informiert werden. „Der Hitzeplan ist eine Vorwarnstufe, um präventive Maßnahmen zu setzen", so Androsch. Dazu gehören Maßnahmen, die den Körper kühlen, wie man sich auf die Hitze einstellen kann, Flüssigkeitszunahme und auch entsprechende Kleidung, um keinen Hitzestau zu bekommen. „Wir müssen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass Hitze ein gefährdendes Element für ihre Gesundheit ist", so Androsch.

Personen, die Medikamente einnehmen müssen, empfiehlt Landesrat Androsch, sich mit dem Hausarzt in Verbindung zu setzen, da es Medikamente gibt, die einen Einfluss auf die Hitzeverträglichkeit haben. Besonders betroffen sind Menschen, die Diuretika (Entwässerungsmittel), Benzodiazepine (Schlaf verursachende und stark betäubende Medikamente), Sedativa (Beruhigungsmittel) und Betarezeptorenblocker (oft als Kombinationspräparat mit Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Substanzen) einnehmen.

„Ein Krankheitsbild, das uns immer wieder Sorge bereitet, ist Hautkrebs", so Androsch. Neben den vielen positiven Wirkungen, die die Sonne auf den Menschen haben könne, wie die Verbesserung des Vitamin D-Haushalts, gebe es zunehmend „Melanome, die mitunter zum Tod führen können". Als gefährlichste Hautkrebsart gilt das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). 2011 gab es in Österreich 1.534 Neuerkrankungen, 150 davon in Niederösterreich, und 356 Sterbefälle, 77 davon in Niederösterreich.

Vor Reiseantritt sollten sich die Reisenden über Schutzimpfungen informieren. Für sozioökonomisch unterentwickelte Länder gehören Typhus, Hepatitis A+B, Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung zur Grundausstattung. Um für den Krankheitsfall vorzusorgen, wird auch eine Reiseapotheke empfohlen. „Die Mitarbeiter in unseren Apotheken und auch die Hausärzte beraten gerne, in welchem Umfang diese gestaltet sein soll", so Androsch.

Als Tierschutz-Landesrat sei ihm auch das Thema Transport von Tieren in der Sommerzeit ein wichtiges Anliegen. „Das Reisen mit Tieren stellt in der Sommerzeit eine besondere Herausforderung für den Tierhalter dar", so Androsch. Tierhalter sollten „präventiv dafür sorgen, sich mit den Bedürfnissen ihrer Tiere auseinanderzusetzen". Im Tierschutzgesetz sei klar geregelt, dass auch Extremtemperaturen und starke Witterungseinflüsse Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst bei Tieren verursachen können und damit unter Tierquälerei fallen.

„Die offizielle Badesaison beginnt am 15. Juni und dauert bis 31. August", so Androsch. In dieser Zeit finden auch fünf Kontroll-Durchgänge der Badegewässer statt. Bisher wurden 30 Badegewässer untersucht, die alle in den Kategorien „ausreichend" bis „ausgezeichnet" bewertet wurden, sodass einer Badesaison mit guter Wasserqualität nichts im Wege steht.

„Die liebste Reise der Niederösterreicher ist die Pauschalreise", so Mag. (FH) Neubauer von der NÖ Arbeiterkammer. Diese gebe im Gegensatz zu Individualreisen, bei der Flug und Hotel vom Touristen selbst gebucht werden, eine „durchaus gute Schutzmöglichkeit". Reisestornoversicherungen seien grundsätzlich zu empfehlen, es sollte aber vor Abschluss überprüft werden, ob nicht eine solche bereits vorliegt, beispielsweise durch eine Kreditkarte mit Versicherungsschutz. Betreffend Krankenversicherungen seien diese nicht notwendig, wenn es ein Abkommen von Österreich mit dem Gastland gibt und dieses die E-card akzeptiert, bei Fernreisen hingegen sollte eine solche abgeschlossen werden. Die größten Probleme bei Reisen seien „Gewährleistungsansprüche bei Pauschalreisen, d.h. das Hotel verspricht nicht das, was im Katalog steht", „Flugüberbuchungen, -verspätungen und -annullierungen" sowie „Internetbuchungen", die immer mehr werden.

Nähere Informationen: Büro LR Androsch, Mag. Anton Heinzl, Telefon 02742/9005-12576, e-mail anton.heinzl@noel.gv.at.

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