09.05.2014 | 10:30

Land NÖ veranstaltete Symposium zum Thema „Wohnen im Alter"

Sobotka: „Schon jetzt daran denken, wie wir in Zukunft leben werden"

Dass die Menschen immer älter werden, ist eine erfreuliche Botschaft, die allerdings viele Fragen und vor allem neue Herausforderungen im Bereich des Wohnens und der Pflege mit sich bringt. Aus diesem Grund hat das Land Niederösterreich, auf Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka und Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, zum Symposium „Wohnen im Alter. Daheim in der Zukunft" geladen. Dieser Einladung sind nicht nur Experten gefolgt, die mit ihrem Wissen einen Einblick in die zukünftige Entwicklung geben konnten, sondern auch über 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen eines World-Cafés mit ihren Tischleitern sieben Zukunftsbotschaften bzw. -visionen entwickelt haben.

FH-Doz. Dr. Wolfgang Amann, Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland und Univ.Prof. Dr. Anita Rieder veranschaulichten, wie sich die Demographie, der Lebensalltag der Senioren und deren Krankheitsbilder in Zukunft entwickeln werden. Denn Österreich folgt hier einer Entwicklung, die für ganz Europa charakteristisch ist. In der EU wird der Anteil der Generation 65+ bis ins Jahr 2050 auf 29 Prozent steigen. In Österreich wird sich der Anteil der Generation 75+ sogar im nächsten Jahrzehnt auf plus 30 Prozent erhöhen, was rund 200.000 Menschen entspricht. Diese Entwicklung ist geprägt von der Generation der „Baby Boomer", die allerdings die gewonnenen Lebensjahre nicht durch chronische Krankheiten, Gebrechlichkeit oder Beeinträchtigungen geprägt sehen, sondern von einer hohen Lebensqualität. Die Lebensqualität im Alter hängt allerdings auch deutlich von den Bedingungen der Wohnung und den Gegebenheiten des unmittelbaren Wohnumfeldes ab.

Architekt Dipl.Ing. Eckhard Feddersen und Markus Mattersberger MMSc MBA präsentierten unterschiedliche Wohnformen für die ältere Generation. Eine große Herausforderung ist, dass ältere Menschen gerne in ihrem gewohnten Umfeld bleiben möchten und dadurch den Wohnraum im Alter anpassen müssen. Dabei ist die Umgestaltung des Badezimmers meist die größte Aufgabe. Aber auch Beispiele für quartiersbezogene Konzepte wurden genannt, die auf drei Säulen aufbauen, nämlich altersgerechtes Wohnen, soziale Unterstützung und Pflege. Dabei steht die Selbständigkeit jedes Einzelnen im Vordergrund, die dadurch aber ein flexibles und abgestimmtes Angebot unumgänglich macht. Dipl.Ing. Manfred Bammer informierte über die Entwicklungen im Bereich des Ambient Assistend Living (AAL), welches derzeit noch an seine Grenzen stößt auf Grund der Komplexität der Anforderungen und der Finanzierbarkeit derartiger Projekte. Aber auch die Angst vor der neuen Technologie birgt noch Hürden bei den potenziellen Testpersonen. Im Rahmen des World-Cafés konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv mitreden und diskutieren. In insgesamt sieben Gesprächsgruppen wurden Meinungen eingebracht.

„Die Trennung zwischen Betreuung und Pflege ist für mich unumgänglich. Vielleicht ist ein Lösungsansatz im Pflegegesetz, hier unterschiedliche Sätze zu definieren, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden", so Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

„Wir müssen das Betreute Wohnen noch variabler und flexibler gestalten. Wir arbeiten gerade an einer neuen Bauordnung, für mich ist nun auch eine Adaptierung der Wohnbauförderung mit neuen Ansätzen ein Schritt in die Zukunft", betont Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka abschließend.

Die Ergebnisse des Symposiums werden in den nächsten Wochen auf http://www.noel.gv.at/ in einem Abschlussbericht veröffentlicht.

Nähere Informationen: Büro LH-Stv. Sobotka, Mag.(FH) Eberhard Blumenthal, Telefon 02742/9005-12221 bzw. 0676/812-12221, e-mail eberhard.blumenthal@noel.gv.at.

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