07.05.2014 | 00:00

LR Schwarz zur Pflege in Niederösterreich

„Recht auf Pflege, die individuellen Ansprüchen genügt"

„In Niederösterreich stehen die Menschen im Mittelpunkt", sagte Landesrätin Mag. Barbara Schwarz am heutigen Mittwoch in St. Pölten zur aktuellen Situation der Pflege in Niederösterreich. „Ältere Menschen haben ein Recht auf Pflege, die individuell ihren Ansprüchen genügt. Auf den Wunsch von 85 Prozent der Menschen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben, reagieren wir mit einem breiten Angebot vom Besuchsdienst bis zur Intensivpflege in den Landespflegeheimen", betonte dabei Schwarz.

Die Hochaltrigkeit werde ansteigen, die Bevölkerungsprognosen von 2010 bis 2026 gingen von einem Anstieg der über 80-Jährigen um 45 Prozent und der über 90-Jährigen um 90 Prozent aus, das bedeute auch eine Zunahme der Bezieher von Pflegegeld um 35 Prozent, so die Landesrätin, die auch hervorhob: „Wichtig in diesem Zusammenhang sind neue Formen der stationären Pflege wie die Kurzzeit- und Übergangspflege sowie eine Forcierung des betreuten Wohnens in barrierefreier, vertrauter Umgebung".

„Wir brauchen aber natürlich auch ambitionierte Mitarbeiter: Von den rund 20.000 Menschen, die in Niederösterreich in der Pflege arbeiten, sind 4.996 als Mitarbeiter in den NÖ Pflegeheimen beschäftigt, das sind 3.790 Dienstposten. Davon sind 85 Prozent Frauen", meinte Schwarz. Dieser Umstand gemeinsam mit der Maxime des Normalitätsprinzips in den Heimen bedeute hinsichtlich Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Teilzeit und Diensteinteilung ein große Herausforderung sowohl für die Mitarbeiter als auch die Dienstpläne. Die erforderliche Flexibilität bringe etwa 1.500 verschiedene Dienstzeit-Übereinkommen mit den Mitarbeitern in den Landespflegeheimen mit sich.

Dass in Niederösterreich trotz der gebotenen Budgetdisziplin das Sozialbudget nicht beeinträchtigt werde, zeige etwa das Faktum, dass der Aufwand für die stationäre Pflege in den Landespflegeheimen von 325 Millionen Euro vor drei Jahren auf nunmehr knapp 400 Millionen Euro gestiegen sei. Angesichts der Aufgabe der Länder, die für die Sachleistungen zuständig sind, forderte Schwarz bezüglich einer nachhaltigen Absicherung der Pflege abschließend ernsthafte Verhandlungen mit dem Bund über den Anteil der Eigenverantwortlichkeit und eine solidarische Mitfinanzierung der Pflege. Zudem sei nicht nachvollziehbar, dass Mittel des Sozialministeriums dem Bildungs- und Kulturressort zugute kämen, nicht aber einer Valorisierung des Pflegegeldes.

Nach dem Motto, dass nur zufriedene Mitarbeiter Voraussetzung für zufriedene Bewohner sind, investiert das Land Niederösterreich 1,6 Millionen Euro jährlich in die Aus- und Weiterbildung. Heuer haben sich 2.900 und damit 60 Prozent aller Mitarbeiter für diesbezügliche Schulungen angemeldet. Auch die seit zwei Jahren angebotenen und vierteljährlich durchgeführten Mitarbeiterbefragungen werden laufend von rund zwei Dritteln der Mitarbeiter angenommen. Neben flexiblen Dienstzeiten und verschiedenen Gesundheitsvorsorgeprojekten wird auch auf die betriebliche Infrastruktur großer Wert gelegt. Pro Jahr investiert das Land Niederösterreich hier 60 Millionen Euro, aktuell etwa 3 Millionen Euro in Niederflurbetten, die nicht nur die Freiheit der Bewohner nicht einschränken, sondern auch die Pflegemaßnahmen erleichtern.

Nähere Informationen beim Büro LR Schwarz unter 02742/9005-12655, Mag. (FH) Dieter Kraus, und e-mail buero.schwarz@noel.gv.at.

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