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25.02.2014 | 18:01

Zweites Kuratorium zur Restaurierung von Stift Göttweig

LH Pröll: „Stift ist Kulturjuwel in unserer Verantwortung"

Abt Columban Luser und Mag. Erwin Hameseder überreichten Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll (links) einen alten Dachziegel. (v.l.n.r.)
Abt Columban Luser und Mag. Erwin Hameseder überreichten Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll (links) einen alten Dachziegel. (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Anlässlich der zweiten Kuratoriumssitzung zur Restaurierung von Stift Göttweig luden der Vorsitzende Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Abt Columban Luser vom Benediktinerstift Göttweig und Mag. Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins, heute, Dienstag, zum Pressegespräch ins Sommerrefektorium des Stiftes ein. „Im vergangenen Jahr fand die erste Sitzung, das Gründungskuratorium statt, bei dem die Gesamtrenovierung des Stiftes beschlossen wurde", erinnerte der Landeshauptmann. Von der Dachsanierung, die es im Jahr 2013 zu bewältigen galt, sprach Pröll von einer „besonderen Herausforderung", insbesondere aufgrund der Fläche des Daches. „2013 ist ganz im Zeichen des Beginns der Renovierungsarbeiten gestanden", zog Pröll eine erste Bilanz. Aufgewendet wurde im vergangenen Jahr eine Million Euro. Eine Förderung in der Höhe von 25 Prozent (in absoluten Zahlen: 250.000 Euro) gab es vom Land Niederösterreich.

Nachdem nun im vergangenen Jahr die gesamte Kirche und die Hälfte des Chorkapellentraktes mit neuen Dachziegeln ausgestattet wurden, steht im Jahr 2014 nun die zweite Bauetappe von insgesamt sechs bevor. „Wir werden die Dachsanierung fortsetzen", so Pröll. Realisiert werden soll heuer der 150 Meter lange Oststrakt, der der Wohnbereich der Mönche ist und im Zentrum die historische Bibliothek beherbergt. „Wir werden heuer ein Gesamterfordernis von insgesamt 1,2 Millionen Euro zu bewältigen haben", so der Landeshauptmann. Das Land Niederösterreich werde dabei wieder einen Anteil von 25 Prozent (in absoluten Zahlen: 300.000 Euro) an Förderungen leisten. Pröll appellierte betreffend Förderungen an den Bund, sich in einer derartigen Höhe zu beteiligen, immerhin stehe es in der gemeinsamen Verantwortung, die Kulturschätze des Landes miteinander weiterzutragen. Der Anteil der öffentlichen Hand, nämlich Bund und Land, sei normalerweise gleich hoch. „Im Jahr 2013 sind die Förderungen von 25 Prozent beim Bund auf 10,5 Prozent abgesunken", so der Landeshauptmann.

Zu den Beweggründen des Landes Niederösterreich betreffend Renovierung des Stift Göttweiges sagte Pröll: „Das Stift Göttweig ist für uns ein Kulturjuwel in unserer Verantwortung." Gemeinsam mit dem Stift Melk stehe es am Anfang und am Ende des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau. Derartige Kulturjuwele überliefert zu bekommen sei etwas Besonderes. Zudem sei das Stift Göttweig durch das Europa Forum-Wachau ein „internationaler Ort geworden, der weit über Österreich und Niederösterreich hinaus bekannt ist. Damit hat das Land Niederösterreich an Profil gewonnen, das seinesgleichen sucht", so der Landeshauptmann. „Zweitens verbinden wir mit dem Stift Göttweig wirtschaftliche Aspekte. 100.000 Besucher gehen jährlich ein und aus", so Pröll. Der Kulturtourismus sei außerdem auch ein wesentlicher Faktor im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. „Das muss uns etwas wert sein, und das ist uns etwas wert", so Pröll dazu.

Der Landeshauptmann bedankte sich bei Abt Columban Luser für sein Engagement, für die „unglaubliche Herausforderung", die er bereit war, einzugehen, bei Vereinsobmann Mag. Erwin Hameseder dafür, „die Chance und die Möglichkeit zu nutzen, Verantwortung spürbar zu machen", bei Baumeister Ing. Peter Griebaum für die Überwachung und das Vorantreiben der Arbeiten, bei Wirtschaftsdirektor Mag. Gerhard Grabner für die Einhaltung der Finanzplanung und bei Bezirkshauptfrau Dr. Elfriede Mayrhofer für die Überwachung dieser mit „kritischen Augen".

Abt Columban Luser gab den Dank an Landeshauptmann Pröll zurück und hob die historischen Besonderheiten des Osttraktes, der damals (1720-1724) in einer Rekordzeit von vier Jahren errichtet wurde, hervor. Die Bibliothek als „Speicher des Wissens", die sich dort befinde, umfasse 145.000 Bände, darunter 1.150 Handschriften. Ausgestattet sei die Bibliothek mit Stuck. „Um das zu schützen, braucht es höchste Qualität", so der Abt.

Zum Verein der Freunde des Benediktinerstiftes Göttweig sagte Obmann Hameseder, dass es voriges Jahr gelungen sei, 370.000 Euro einzusammeln. „Das Ergebnis zeugt von unglaublich viel Unterstützung aus der Region und darüber hinaus", so Hameseder. Als Aktivitäten des Vereins nannte er beispielhaft ein Benefiz-Open-Air-Konzert der Militärmusik Niederösterreich, ein Benefiz-Golfturnier, „Klassik unter Sternen" mit Elina Garanca und die Sonderbriefmarke, mit der bei Endabrechnung ein Absatz von 30.000 Euro zu erwarten sei. „Wir sind bemüht, uns auch für heuer wieder etwas zu überlegen", so Hameseder.

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