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11.11.2013 | 17:37

LH Pröll und Präsident Penz eröffneten Ausstellung „1.700 Jahre Mailänder Vereinbarung"

„Niederösterreich ist geschichtsbewusstes und geschichtsträchtiges Land"

Ausstellungseröffnung \"1.700 Jahre Mailänder Vereinbarung\" im Landhaus St. Pölten: Piero Bordin, Initiator Art Carnuntum, Gastrednerin Univ.-Prof. Dr. Claudia Rapp, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Titularerzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, Landtagspräsident Ing. Hans Penz, Mag. Franz Hummer, wissenschaftlicher Leiter von Carnuntum (v.l.n.r.)
Ausstellungseröffnung \"1.700 Jahre Mailänder Vereinbarung\" im Landhaus St. Pölten: Piero Bordin, Initiator Art Carnuntum, Gastrednerin Univ.-Prof. Dr. Claudia Rapp, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Titularerzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, Landtagspräsident Ing. Hans Penz, Mag. Franz Hummer, wissenschaftlicher Leiter von Carnuntum (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

„In der heutigen Zeit ist es wichtig, innezuhalten und sich Zeit zu nehmen, zurückzudenken. Wendepunkte, wie die Mailänder Vereinbarung im Jahr 313 n. Chr. ermöglichen uns, dass man auch in schwierigsten Zeiten Toleranz zeigen kann", so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „1700 Jahre Mailänder Vereinbarung", am heutigen Montag, 11. November, im Landhaus St. Pölten. Die Ausstellung sei ein wesentlicher Beitrag, gegen das Geschichtsvergessen anzukämpfen und das Bewusstsein zu schaffen, „dass in Niederösterreich Religions- und Kulturgeschichte geschrieben wurde". „Niederösterreich ist ein christliches, geschichtsbewusstes und geschichtsträchtiges Land", so Pröll.

„Wer die Geschichte kennt, kann aus ihr lernen und die richtigen Schlüsse ziehen", so Landtagspräsident Ing. Hans Penz in seiner Begrüßung. Das Wichtigste der Initiative sei der interkulturelle Dialog, das Grenzüberschreitende und das Verbindende. Das solle durch die Ausstellung bewusst gemacht werden. Für ihr Wirken rund um Carnuntum bedankten sich die Gastgeber Pröll und Penz bei Piero Bordin, Initiator Art Carnuntum, und Mag. Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter von Carnuntum.

Neben zahlreichen Vertretern aus den Bereichen Politik und Religion konnte Moderatorin Judith Weissenböck auch türkische und serbische Gäste an diesem besonderen Tag begrüßen. Besonders deshalb, weil auf den Tag genau vor 1.705 Jahren, am 11. November 308 n. Chr., in der römischen Stadt Carnuntum eine politische Gipfelkonferenz mit weitreichenden und bis heute andauernden Folgen für das heutige Europa stattgefunden hat. Durch die damals in Carnuntum getätigten Beschlüsse wurden die Machtverhältnisse im Römischen Reich neu aufgeteilt. Kaiser Diokletian war nach den turbulenten Ereignissen des 3. Jahrhunderts n. Chr. klar, dass das riesige Römische Reich nicht mehr von einer einzigen Person reagiert werden konnte. Daher schuf er eine Machtaufteilung auf vier Personen, das sogenannte System der Tetrarchie. Bereits zweieinhalb Jahre später erließ der in Carnuntum ernannte Tetrarch Galerius im Namen aller vier Herrscher das Toleranzedikt von Nikomedia, heute Izmit in der Türkei. Damit wurde erstmals das Christentum geduldet und die Verfolgung der Christen, die gerade unter Diokletian sehr stark vertreten waren, beendet. Zwei Jahre später, im Frühjahr 313 n. Chr., verfassten die zwei letzten in Carnuntum ernannten Tetrarchen, Konstantin und Licinius, gemeinsam die Vereinbarung von Mailand, welche letztendlich die Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen im Römischen Reich bedeutete.

Als „großes Geschenk" bezeichnete der Apostolische Nuntius in Österreich, Titularerzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, die Mailänder Vereinbarung. „Setzen wir uns für Religionsfreiheit auch in der heutigen Zeit ein", so Zurbriggen. Die Bedeutung des Wendepunkts skizzierte Univ.Prof. Dr. Claudia Rapp von der Universität Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften, in ihrem Gastvortrag. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das 1. Frauen-Kammerorchester von Österreich und dem Akademischen Studentenchor der Universität Nis.

Nähere Informationen: Kulturabteilung Land NÖ, Mag. Alexandre Tischer, Telefon 02742/9005-13006, e-mail alexandre.tischer@noel.gv.at.

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