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02.10.2012 | 16:15

Leopold Figl-Gedenkskulptur in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Pröll: Tatkraft, Pflichtgefühl und Heimatliebe

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gemeinsam mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und den Bundesministern Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger und Mag. Johanna Mikl-Leitner bei der Enthüllung der Leopold-Figl-Gedenkskulptur in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gemeinsam mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und den Bundesministern Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger und Mag. Johanna Mikl-Leitner bei der Enthüllung der Leopold-Figl-Gedenkskulptur in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

„Wir wussten nicht, was uns am nächsten Tag erwartet, aber eines wussten wir: Wir laufen nicht davon und halten durch, was auch geschehen mag", zitierte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, Dienstag, 2. Oktober, in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Leopold Figl, dessen 110. Geburtstag hier mit der Enthüllung einer Gedenkskulptur gedacht wurde. Nach den KZs Dachau und Flossenbrück war Leopold Figl von Herbst 1944 bis Jänner 1945 in Mauthausen, ehe er an das Wiener Landesgericht überstellt wurde.

„Was wir aus dem Lebensweg Leopold Figls mitnehmen können, ist zum ersten Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren", so der Landeshauptmann weiter. Freiheit, Wohlstand und manchmal auch Überfluss scheinen heute selbstverständlich, gerade hier in Mauthausen werde aber bewusst, wie hart und mühsam die heutigen Erfolgsgrundlagen erarbeitet werden mussten. „Figls Leben hieß, Österreich aufbauen. Sein Auftrag an uns lautet, das Land zu hegen und zu pflegen und es gesund und wohlbehalten an die nächsten Generationen weiterzugeben", so Pröll.

Der zweite Punkt, den der Landeshauptmann ansprach, war die Demut gegenüber der Geschichte und das Ankämpfen gegen das Verdrängen und Vergessen. „Die Erinnerung an die Geschichte ist das beste Mittel gegen die Arroganz der Gegenwart und die Irrwege in die Zukunft. Dabei dürfen wir nie aufhören, miteinander zu reden und einander zu respektieren", betonte Pröll.

Als dritten Punkt nannte der Landeshauptmann Zuversicht und Zukunftsglaube: Alle Herausforderungen der Gegenwart seien um vieles einfacher zu bewältigen als die Probleme zu Zeiten Leopold Figls. „Die Gedenkskulptur soll an Leopold Figl erinnern, die Geschichte wachhalten und das Bewusstsein stärken, dass jeder Leopold Figl in Tatkraft, Pflichtgefühl und Heimatliebe nacheifern kann", so Pröll abschließend.

Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger sprach von Mauthausen als einem Ort des Bewusstseins, dass so etwas nie wieder passieren dürfe, und der Zuversicht, ein neues Österreich zu bauen: „Leopold Figls ganz klare Haltung gegen den Nationalsozialismus hat ihn fast das Leben gekostet, sein Mut hat bei den Staatsvertragsverhandlungen zur Streichung der Präambel über Österreichs Mitschuld geführt, er hat über alle ideologischen Grenzen hinweg stets das Gemeinsame gesucht", so Spindelegger.

Bundesministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner betonte angesichts des tausendfachen Verbrechens von Folter, Mord und Totschlag das „Nie wieder". Hier in Mauthausen gedenke man der Opfer, die ihrer Würde und Menschlichkeit beraubt, die gequält, gefoltert und ermordet worden seien. „Das Gedenken an Leopold Figl, gegenüber dem wir mit der Skulptur unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen wollen, gilt aber auch jenen, die den Weg in die Freiheit nicht mehr geschafft haben", so Mikl-Leitner.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer würdigte den unbeugsamen Patrioten und Staatsmann, dessen Aufbauwerk bis heute unübersehbare und nachhaltige Wirkung habe. Neben den verblendeten Massen sei er einer jener Patrioten gewesen, die den Glauben an Österreich hochgehalten hätten. „Die Gedenkskulptur erinnert an die dramatischste, gefährlichste und erniedrigendste Phase seines Lebens. Aus dem Leiden seiner Generation sollten wir lernen, Demokratie und Menschenwürde hochzuhalten, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit einzutreten und den Glauben an eine gute und friedliche Entwicklung des Landes nicht aus den Augen zu verlieren", so Fischer.

  

 

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