21.06.2012 | 13:46

Schwarz und Hinterholzer zu mobiler Pflege und Betreuung

„Setzen auch auf neue Angebotsformen wie betreutes Wohnen"

Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Michaela Hinterholzer, Präsidentin des NÖ Hilfswerkes, informierten heute, Donnerstag, 21. Juni, in St. Pölten über die mobile Pflege und Betreuung in Niederösterreich.

„Niederösterreich verfügt als einziges Bundesland in Fünfjahres-Abständen über einen so genannten Altersalmanach, in dem wissenschaftlich erhoben wird, wie die demographische Entwicklung in unserem Land ist", betonte dabei die Landesrätin. „Hochaltrigkeit ist stark im Ansteigen und bedeutet vermehrte Demenzkrankheiten und vermehrte Pflegebedürftigkeit", erläuterte Schwarz. Darauf müsse man reagieren und die Angebote in der mobilen und stationären Pflege stärken sowie neue Angebotsformen wie betreutes Wohnen oder auch technische Unterstützungen forcieren.

Ziel sei es, „auch in Zukunft ausreichend Pflegeplätze im stationären und mobilen Bereich zur Verfügung zu haben". Heuer würden 85.064 Menschen Pflegegeld beziehen, im Jahr 2021 bereits rund 103.300 und im Jahr 2026 rund 114.600. „Vor allem in den Wiener Umlandbezirken Mödling, Korneuburg und Gänserndorf werden die Hilfsbedürftigen in den hohen Pflegestufen stark ansteigen", so Schwarz. In der mobilen Pflege seien 16.000 Menschen zu betreuen und im stationären Bereich 8.500 Menschen. Bei Befragungen würden etwa 85 Prozent aller Menschen sagen, dass sie in den eigenen vier Wänden alt werden möchten. Niederösterreich forciere deshalb auch den Ausbau der mobilen Dienste, so Schwarz.

Zum Thema Sozialbudget 2013 und Pflegegeld verwies die Landesrätin auf eine Steigerung von 8,13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: „Bis zum Jahr 2018 werden 1.000 zusätzliche Pflegebetten benötigt, was ein Investitionsvolumen von 320 Millionen Euro bedeutet. Und bis 2018 werden rund 2.000 Menschen zusätzlich von der mobilen Pflege betreut." Durch die Einigung auf einen Pflegefonds würden für Niederösterreich zusätzliche Mittel ins Budget fließen. „Für 2011 waren das 20 Millionen Euro, für 2012 sind es 30 Millionen Euro, für das Jahr 2013 rund 40 Millionen Euro und für 2014 fast 47 Millionen Euro, wobei jeweils die Hälfte davon den Gemeinden bei der Sozialhilfe-Umlage zugute kommt", meinte die Landesrätin.

Wichtig sei nun, die Verhandlungen über eine langfristige Sicherung der Pflegefinanzierung mit dem Bund abzuschließen. Die wichtigsten Akzente seitens des Landes seien die Einrichtung eines Pflegeservicezentrums für alle Fragen der Pflege, eine höhere Förderung der 24-Stunden-Betreuung, eine verbesserte Pflegegeldeinstufung für demente Menschen und Menschen mit Behinderung sowie eine Ausbildung zum Sozialkoordinator, so Schwarz.        

Was die neue Angebotsform „Betreutes Wohnen" betrifft, erinnerten Schwarz und Hinterholzer an 400 zusätzliche Wohneinheiten, die für die nächsten zwei Jahre geplant sind, wobei jede Gemeinde in Hinkunft ein Konzept für die Betreuung vorlegen müsse. „Die Gemeinden müssen eine Kooperation mit einem mobilen Dienst, mit einer Trägerorganisation oder ‚Essen auf Rädern\' anbieten können".

Hinterholzer sagte: „Das NÖ Hilfswerk betreut derzeit 8.857 Kundinnen und Kunden im Bereich Hilfe und Pflege daheim." Wichtig sei, die körperlichen und geistigen Ressourcen der Menschen zu erhalten und zu fördern, „damit diese im vertrauten Familienverband und in der vertrauten Umgebung bleiben können". Das NÖ Hilfswerk beschäftige 399 diplomierte Krankenschwestern, 411 Pflegehelfer und Fachsozialbetreuerinnen, 123 Therapeuten sowie 1.061 Heimhelferinnen. Ein großes Arbeitsfeld sei vor allem die rasch wachsende Zahl an Demenzerkrankungen. Betreutes Wohnen könne die Lücke zwischen dem Pflegeheim und der Hauskrankenpflege in den eigenen vier Wänden schließen, so Hinterholzer.

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Marion Gabler-Söllner, Telefon 02742/9005- 12655, e-mail marion.gabler-soellner@noel.gv.at.

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