15.06.2012 | 13:57

Niederösterreich fordert EU-Subventions-Stopp für Atomkraft

Pernkopf: EU braucht Bekenntnis für erneuerbare Energie und gegen Atomkraft

Anlässlich der Umweltreferentenkonferenz der Länder heute, Freitag, 15. Juni, in Vorarlberg, fordert Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf einen EU-weiten Subventions-Stopp für Atomkraft. Ein Beschluss dazu wurde einstimmig von allen Bundesländern verabschiedet.

Derzeit diskutieren die Wirtschafts- und Energieminister auf EU-Ebene AKW-Stresstests und die europäische Energiestrategie 2050. Bereits im Vorfeld wurde über den Vorstoß von Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien berichtet, wonach diese Länder nicht nur weiter auf Atomkraft setzen, sondern den Bau neuer Atomkraftwerke auch mit Euro-Milliarden aus den EU-Fördertöpfen finanzieren wollen.

„Angesichts der Auswirkungen von Tschernobyl und Fukushima erscheint es grotesk, dass die Atomlobby nach wie vor die Hand nach EU-Steuergeldern ausstreckt. Der Idee einiger Mitgliedsstaaten, Atomkraftwerke künftig - so wie Photovoltaikanlagen oder Windräder - als ‚emissionsarme Technologien\' einzustufen, muss eine klare Absage erteilt werden", so Pernkopf.

Vielmehr geht es darum, rasch den Subventions-Hahn für Atomkraft zu schließen. Laut Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) betragen die Förderungen aus öffentlichen Mitteln an die Atomindustrie weltweit etwa 45 Milliarden Dollar jährlich. In der EU fließe rund ein Drittel der öffentlichen Energieforschungsmittel in die Atomkraft.

„Ich erwarte mir vom Treffen der europäischen Wirtschafts- und Energieminister in Luxemburg ein Bekenntnis der EU für den Ausbau der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energie. Gleichzeitig braucht es ein klares Zeichen, dass der Ausbau der Atomkraft nicht im Sinne einer europäischen Energiestrategie bis 2050 sein kann - deshalb müssen die Subventionen für Atomkraft auch zurückgefahren werden", so Pernkopf abschließend.

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, Mag. Markus Habermann, Telefon 02742/9005-15473, e-mail markus.habermann@noel.gv.at.

 

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