01.03.2012 | 00:10

Ausbau im Bereich Pflege und Betreuung in Niederösterreich

LR Schwarz: „Wir stellen die Weichen für die Zukunft"

In St. Pölten informierte heute, 1. März, Landesrätin Mag. Barbara Schwarz im Rahmen einer Pressekonferenz über den Ausbau im Bereich Betreuung und Pflege in Niederösterreich.

„Wir sind das einzige Bundesland mit einem regelmäßigen Bericht, der Altersalmanach wurde wieder neu erstellt und es gibt alle fünf Jahre eine Evaluierung. Somit arbeiten wir auf der Basis wissenschaftlicher Zahlen", erklärte die Landesrätin einleitend und führte dann - auf der Grundlage der jüngsten Erhebungen - die Schwerpunkte an, die im Bundesland Niederösterreich in den kommenden Jahren in den Bereichen Betreuung und Pflege gesetzt werden sollen.

„Wir werden in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg der Bezieherinnen und Bezieher von Pflegegeld um 10.000 Personen haben. Wir müssen daher schon jetzt die Weichen stellen, zukunftsorientiert denken und uns fragen, wie sich die Pflegelandschaft langfristig entwickeln soll", so Schwarz. In erster Linie ging die Landesrätin in diesem Zusammenhang auf die „Hardware" ein und merkte an, dass ein Ausbau der stationären Pflege - die aktuell pro Jahr 325 Millionen Euro kostet - nötig sein werde, in den kommenden fünf bis sechs Jahren sollten etwa 1.000 weitere Betten errichtet werden. Auch im Bereich der mobilen Betreuung solle es Aufstockungen geben. „Ein Mix aus mobiler und stationärer Pflege ist das, was die Menschen wollen", so Schwarz dazu. Weiters solle es zu einem Ausbau der Kurzzeitpflege bzw. der Übergangspflege kommen, insbesondere in jenen Einrichtungen, die sich in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses befinden; auch am Entlassungsmanagement werde in diesem Zusammenhang verstärkt gearbeitet. Im Bereich „Betreutes Wohnen" sprach Schwarz von der Etablierung einer verstärkten „Zusatzbetreuung": „Mit dem Einzug sollen die Menschen eine gewisse Basisbetreuung kriegen", so die Politikerin; der Kreativität der konkreten Ausgestaltung seien hier keine Grenzen gesetzt, es seien auch Gemeinden angesprochen. Außerdem werde in Zusammenarbeit mit Firmen überlegt, welche technische Unterstützung man den Menschen für den Verbleib in den eigenen vier Wänden zukommen lassen könnte. Was die Heimlandschaft betrifft, so hielt Schwarz fest, dass es vor allem angesichts der Zunahme schwerer Demenzerkrankungen darum gehe, „das größtmögliche Wohlfühlen zu ermöglichen". Unter anderem könne hier etwa an die Errichtung von Busstationen, Zugwaggons oder auch von Räumen gedacht werden, in denen die alten Menschen vertraute Gegenstände aus der Vergangenheit vorfinden.

Wie Univ.Prof. Franz Kolland im Rahmen der Pressekonferenz u. a. ausführte, leben in Niederösterreich derzeit rund 80.000 über 80-Jährige, 2026 werden es 116.000 sein. Heute machen die Ein-Personen-Haushalte, in denen vorwiegend alte Menschen leben, 30 Prozent aus, 2026 werden es 37 Prozent sein. Derzeit gibt es im Bundesland 85.064 Bezieherinnen und Bezieher von Pflegegeld, 2026 werden es 114.658 sein. Als optimistischen Ausblick bezeichnete Kolland die Tatsache, dass zehn Prozent der über 90-Jährigen kein Pflegegeld beziehen, wobei es hiefür unterschiedliche Gründe gebe. Etwa zwei Drittel der Hochaltrigen werden aktuell von Angehörigen gepflegt, daran werde sich, so der Wissenschafter, auch künftig nicht wesentlich etwas ändern. Dies hänge auch damit zusammen, dass diese zwei Drittel der Hochaltrigen nur in Pflegestufe 1 oder 2 seien. Die mobile Betreuung lag 2010 bei 18,8 Prozent, 2026 wird sie bei 19,2 Prozent liegen, die stationäre Betreuung lag 2010 bei 9,8 Prozent, 2026 wird sie auf 10 Prozent gestiegen sein. Die 24-Stunden-Betreuung lag 2010 bei 3,7 Prozent, 2026 könnte sie bei rund vier Prozent liegen.

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. Marion Gabler-Söllner, Telefon 02742/9005-12655, e-mail marion.gabler-soellner@noel.gv.at.

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