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Landesgeschichte

Österreichischer Erzherzogshut, Stift Klosterneuburg, 1616
© Presseamt der NÖ Landesregierung


Von den Anfängen bis zu den Babenbergern (Anfänge bis 1246)

Unter den Habsburgern (1282-1918)

Erste Republik (1918-1938)

Drittes Reich (1938-1945)

Besatzungszeit (1945-1955)

Zweite Republik (1955 bis Gegenwart)

Literatur (Überblicksdarstellungen, Auswahl )



Von den Anfängen bis zu den Babenbergern

Das Gebiet des heutigen Niederösterreich war seit der Antike von Kelten, Römern, Germanen und Slawen kulturell und religiös geprägt worden, wobei das keltische Königreich Noricum und die römischen Provinzen Noricum und Pannonien räumliche Bezüge geboten hatten.

Allerdings können erst die karolingische Mark des 9. Jahrhunderts und die gegen Ende des 10. Jahrhunderts errichtete Mark der Babenberger, die ein Bestandteil des Herzogtums Bayern war, als tatsächlicher territorialer Beginn des heutigen Bundeslandes gesehen werden. In die Zeit der Babenberger fällt der systematische Landesausbau durch Kolonisierung, Kloster- und Stadtgründungen.

1156 wurde Österreich, bestehend aus Nieder- und Oberösterreich, von Bayern getrennt und zum eigenen Herzogtum erhoben. Damit besaß es alle Funktionen eines Landes im mittelalterlichen Sinne.

Als die Babenberger 1246 ausstarben, kam der böhmische König Otakar (Ottokar) II. Přemysl in seinen Besitz. Ottokars Bedeutung für den weiteren Landesausbau darf nicht unterschätzt werden. 



Unter den Habsburgern

Das Werk wurde ab 1282 von den Habsburgern fortgesetzt, wobei Niederösterreich mit seiner Hauptstadt Wien als Erzherzogtum Österreich unter der Enns im Laufe der Zeit immer mehr an geopolitischer Bedeutung gewann. Schließlich wurde es zum Zentrum des seit Beginn des 16. Jahrhunderts um die böhmischen und ungarischen Länder erweiterten habsburgischen Besitzkomplexes und, da die Habsburger seit dem 15. Jahrhundert auch römische Kaiser und deutsche Könige waren, praktisch auch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Dieser Umstand führte allerdings auch zu wiederholten Heimsuchungen des Landes durch Kriege, von denen hier vor allem die Invasionen des Ungarnkönigs Matthias Corvinus im 15. Jahrhundert, der Schweden während des Dreißigjährigen Krieges (1645/46), der Türken 1529 und 1683, der Kuruzzen zu Beginn des 18. Jahrhunderts sowie die Einfälle der Preußen - zuletzt 1866 - und vor allem die französischen Kriegszüge von 1805 und 1809 zu nennen sind.

Zugleich fand in Niederösterreich aber auch eine kulturelle Entwicklung statt, die in der Barockzeit einen Höhepunkt erfuhr: Kloster- und Schlossbauten entstanden, die bis heute das Bild des Bundeslandes prägen.

Im 19. Jahrhundert erfolgte im Rahmen der Industrialisierung ein rasanter Ausbau der Infrastruktur des Landes. Die Eisenbahnsysteme der Monarchie konzentrierten sich auf Wien, und im Viertel unter dem Wienerwald entstanden erste Industriezonen. Darüber hinaus wurde das Land durch die Stadt Wien zum Zentrum der Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie zum Kristallisationspunkt des geistigen und künstlerischen Potentials Mitteleuropas.



Erste Republik

Als die österreichisch-ungarische Monarchie 1918 zerfiel, wurde Niederösterreich das größte und bevölkerungsreichste Bundesland der Republik Österreich. Um eine Dominierung des neuen Staates durch ein Land zu verhindern, aber auch aus innenpolitischen Gründen, beschloss man, Niederösterreich und Wien zu trennen und zwei neue Bundesländer zu schaffen. Die Trennung erfolgte mit 1. Jänner 1922, und Niederösterreich verlor damit seine Hauptstadt. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen behielten die Landesverwaltung und der Landtag aber ihren Sitz in den historischen Gebäuden in der Wiener Herrengasse.

Niederösterreich war 1918 auch Grenzland geworden; die neuentstandene Tschechoslowakei forderte die Abtretung niederösterreichischen Gebietes und bekam diese im sogenannten Frieden von St. Germain auch zugesprochen: Die Stadt Feldsberg musste abgetreten werden, und eine Reihe von Ortschaften im nordwestlichen Waldviertel gingen verloren, weil die Tschechen den Bahnknotenpunkt bei Gmünd beanspruchten.



Drittes Reich

Als Österreich 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen wurde, blieb Wien auch weiterhin Verwaltungssitz, obwohl Krems an der Donau formell zur Gauhauptstadt erhoben worden war. Der Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland bedingte auch ein Verschwinden aller Bezüge auf Österreich: Niederösterreich wurde in "Niederdonau" umbenannt. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch Hitler kamen die 1919/20 abgetretenen Gebiete wieder an Niederösterreich. Diese territorialen Veränderungen wurden 1945 natürlich wieder rückgängig gemacht.



Besatzungszeit

Der Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 war vor allem in Ostniederösterreich mit schweren Heimsuchungen verbunden. Bombardierungen, Kampfhandlungen, Zerstörungen, Plünderungen und Vergewaltigungen, gefolgt von einer jahrelangen sowjetischen Besatzung, machten den Wiederaufbau sehr schwierig. Erst als die Sowjets 1955 nach Abschluss des Staatsvertrages abzogen, war eine freie politische und ökonomische Entwicklung möglich.



Zweite Republik

Niederösterreich musste zunächst einen Aufholprozess durchmachen, der erst in den Siebzigerjahren zu einem annähernden Gleichziehen mit jenen Bundesländern führte, die unter westalliierter Besatzung gestanden waren. Im Zuge dieser Entwicklung setzte eine rapide Veränderung der Wirtschafts- und Sozialstruktur des Landes ein: Der Anteil der Landwirtschaft sank entscheidend, während der Dienstleistungs- und der Industriesektor enorm anwuchsen. Dies bedingte auch einen immer stärkeren Einfluss der Ballungszentren Wien und Linz. Das Fehlen einer Landeshauptstadt machte sich immer stärker bemerkbar, weshalb sich der Landtag 1986 nach einer Volksbefragung entschloss, St. Pölten zur Landeshauptstadt zu erheben und dort ein neues Regierungsviertel zu errichten. Im Jahr 1997 erfolgte die Übersiedling des Landtages, der Landesregierung und der Landesverwaltung von Wien nach St. Pölten.



Literatur (Überblicksdarstellungen, Auswahl ):




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