Blauzungenkrankheit der Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer)
Die Blauzungenkrankheit ist eine von kleinen Stechmücken übertragene Virusinfektion der Wiederkäuer. Die erkrankten Tiere können folgende Symptome zeigen: Fieber, Fressunlust, Rötungen und Entzündungen des Flotzmaules, der Zitzenhaut, starker Speichelfluss, Schleimhautschäden im Maulbereich, Rötungen der Lidbindehäute, Tränenfluss und Rötungen aller anderer sichtbaren Schleimhäute. Auch Bewegungsstörungen werden beobachtet. Alle aufgezählten Krankheitserscheinungen müssen nicht zwingend gleichzeitig auftreten. Typische Krankheitserscheinungen zeigen die Schafe, andere Wiederkäuer (z. B. Rinder) erkranken mit weniger sichtbaren Symptomen.
Das Virus befällt bevorzugt die Zellen, die die Blutgefäße an der Innenseite auskleiden (Endothelzellen). Es entstehen in der Folge durchlässige Blutgefäße, die Schwellungen der Schleimhäute und Organe sowie Gefäßverstopfungen verursachen. 3 - 12 Tage nach der Infektion treten hohes Fieber, Schwellungen im Kopfbereich, an Lippen, Augenlidern, Ohren, Hals und an der Zunge auf. Weiters sind häufig Lahmheiten und Aborte zu beobachten.
Der Erreger
Ein Virus (RNA-Orbivirus) von dem 24 Serotypen bekannt sind, ruft die Erkrankung hervor. Der Serotyp 8 kommt derzeit in Europa vor, ist speziell bei Rindern extrem krankmachend und kann Todesfälle verursachen.
Der Zwischenwirt für das Virus
Die Übertragung bei Wiederkäuern erfolgt immer über die ca. 1-3 mm große Stechmückenart „Gnitzen", die wie die Auswertung von aufgestellten Insektenfallen zeigt, auch in Österreich vorkommen.
Das Insekt nimmt das Virus durch Saugen am infizierten Wiederkäuer an. Die Virusvermehrung erfolgt dann im Darm und in den Speicheldrüsen des Insekts. Je höher die Außentemperatur desto rascher erfolgt die Virusvermehrung im Insekt. Das Insekt bleibt lebenslänglich Virusträger und infiziert beim Saugakt sehr effizient wieder einen Wiederkäuer. Die Lebensdauer der Gnitzen beträgt bei kühlen Temperaturen rund 100 Tage.
Da die Flugzeit der Insekten je nach Klimazone in Mittel- und Westeuropa auf die Monate April/ Mai bis Mitte November beschränkt ist, tritt die Krankheit nur in der wärmeren Jahreszeit - speziell im Sommer und Herbst - verstärkt auf.
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle
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