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Bodenschutzanlagen / Windschutzanlagen

Was sind Bodenschutzanlagen?

Bodenschutzanlagen sind mit heimischen Bäumen und/oder Sträuchern bestockte Streifen in unserer Kulturlandschaft, die

  • der Landwirtschaft zur Sicherung ihrer Produktion dienen
  • der natürlichen Fauna und Flora Lebensraum bieten
  • der Bevölkerung ein abwechslungsreiches Landschaftsbild bescheren

Früher wurden sie Windschutzgürtel genannt. Heute werden sie entsprechend ihrer Funktion, ihrem Aufbau oder ihrer Situierung als Bodenschutzanlagen, Baum-Strauchhecken oder als Landschaftselemente bezeichnet.


Sinn und Zweck von Bodenschutzanlagen

  • Verbesserung des Kleinklimas durch Verringerung der Windgeschwindigkeit; dadurch werden Verdunstungsverluste verringert und Temperaturextreme teilweise ausgeglichen
  • Bremsung der Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Schaffung von naturnahen Lebensräumen in der Kulturlandschaft
  • Vernetzung bestehender Biotope 
  • Belebung des Landschaftsbildes mit neuen Landschaftselementen 

Aufbau von Bodenschutzanlagen

Grundriss einer Bodenschutzanlage

Die Auswahl der Pflanzenarten orientiert sich an gebiets- und standortstypischen Florentabellen. Das verwendete Pflanzenmaterial umfasst ausschließlich heimische Arten. In Zusammenarbeit mit dem Projekt "Regionale Gehölzvermehrung" des NÖ Landschaftsfonds wird weitestgehend autochthones Saatgut für die Heranzucht der Gehölze eingesetzt. 


Aufriss einer Bodenschutzanlage

Der Aufbau der Anlagen in Pflanzreihen, Krautstreifen und Ökonischen wird individuell entsprechend den örtlichen Gegebenheiten geplant. Beispielhaft wird eine spezielle Bodenschutzhecke für das Waldviertel dargestellt. Bei dieser 3-reihigen Anlage werden im Westen verschiedene Sträucher z.B. (Hartriegel, Kreuzdorn und Faulbaum ) verwendet. Sie sollen als erste dem Wind zugewandte Barriere Westwinde bremsen und Schneeverwehungen in den eigentlichen Bodenschutz hinein ziehen.

In der Mitte der Anlage werden abwechselnd Laubbäume z.B.( Esche, Vogelkirsche und Wildobst) sowie niedrige Sträucher, die typisch für das Waldviertel sind gepflanzt. An der Ostseite wird schließlich eine durchgehende Strauchreihe mit niedrigen Sträuchern zur pultförmigen Abflachung gegen Osten ausgesetzt.


Förderung der Errichtung von Bodenschutzanlagen

Das Land Niederösterreich fördert die Errichtung von Bodenschutzanlagen entsprechend den Förderungsrichtlinien ABB-V-006/4-2002 vom 9.4. 2002 durch die NÖ Landesregierung durch:

  • Übernahme der Pflanzung von Bodenschutzanlagen
  • Bereitstellung geeigneten Pflanzenmaterials
  • Pflege der Anlage bis zur Bestandessicherung

Die Anlageneigentümer, die örtliche Jägerschaft, Imker und sonstige naturinteressierte Vereine werden von der Auspflanzungstätigkeit zeitgerecht in Kenntnis gesetzt.

Das Land Niederösterreich übernimmt die Kosten der Errichtung. Der Eigentümer der Anlage hat einen einmaligen Kostenersatz von Euro 1800.- /ha (excl.20%Ust.) zu leisten.

Der Anlageneigentümer kann seinen finanziellen Beitrag durch folgende Leistungen (einzeln oder in Kombination) verringern:

1. Durch die Übernahme einer tiefen Bodenvorbereitung der Pflanzfläche im Herbst vor der Auspflanzung und das Setzfertigmachen der Fläche im Frühjahr kann der Kostenbeitrag um bis zu Euro 160.- /ha (excl.20%Ust.) herabgesetzt werden.

2. Wenn der Anlageneigentümer das Wildschutzmaterial (Pflöcke, Wildschutzgitter) zur Verfügung stellt und das Anbringen des Wildschutzmaterials zeitgerecht nach der Pflanzung übernimmt, kann der Kostenbeitrag um bis zu Euro 1200.- /ha (excl.20%Ust.) verringert werden.

3. Der Anlageneigentümer verpflichtet sich während der ersten beiden Standjahre zur Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Wildschutzmaßnahmen und eine ergänzende manuelle Beikrauthacke. Für diese Tätigkeit können bis zu Euro 200.- /ha (excl.20%Ust.) gutgeschrieben werden.

Ein möglichst anlagengerechter Zuschnitt der Bodenschutzhecken als Vorbeugung gegen das Herauswachsen und übermäßigen Bewuchs kann von der Bodenschutzfachabteilung der NÖ Agrarbezirksbehörde gegen Kostenersatz übernommen werden.


Pflanzensortiment Bäume und Sträucher

 

Pflanzensortiment Bäume

Deutsch

Lateinisch

Vulgo

Feldahorn

(Acer campestre)

 

Spitzahorn

(Acer platanoides)

 

Bergahorn

(Acer pseudoplatanus)

 

Schwarzerle

(Alnus glutinosa)

Roterle

Grauerle

(Alnus incana)

Weißerle

Birke

(Betula verrucosa)

 

Hainbuche

(Carpinus betulus)

Weißbuche

Esche

(Fraxinus excelsior)

 

Rotbuche

(Fagus sylvatica)

 

Sommerlinde

(Tilia platyphyllos)

 

Walnuß

(Juglans regia)

 

Zitterpappel

(Populus tremula)

Espe

Vogelkirsche

(Prunus avium)

 

Weichsel

(Prunus cerasus)

 

Zwetschke

(Prunus domestica)

 

Kriecherl

(Prunus domestica ssp. insititia)

 

Traubenkirsche

(Prunus padus)

 

Zerreiche

(Quercus cerris )

 

Traubeneiche

( Quercus petraea)

Wintereiche

Stieleiche

(Quercus robur)

Sommereiche

Silberweide

(Salix alba)

 

Winterlinde

(Tilia cordata)

 

Feldulme

(Ulmus carpinifolia)

Ruste


 

Pflanzensortiment Sträucher

Deutsch

Lateinisch

Vulgo

Kornelkirsche

(Cornus mas)

Dirndlstrauch, od. gelber Hartriegel

Roter Hartriegel

(Cornus sanguinea)

 

Haselnuß

(Corylus avellana)

 

Pfaffenhütchen

(Evonymus europ.)

Pfarrerkapperl, Spindelstrauch

Liguster

(Ligustrum vulgare)

Rainweide

Heckenkirsche

(Lonicera xylosteum)

Rotes Geissblatt

Zwergweichsel

(Prunus fruticosa)

 

Steinweichsel

(Prunus mahaleb)

Felsenkirsche

Schlehdorn

(Prunus spinosa)

Schwarzdorn

Kreuzdorn

(Rhamnus cathartica)

 

Faulbaum

(Rhamnus frangula)

Pulverholz

Hundsrose

(Rosa canina)

Heckenrose

Weinrose

(Rosa rubiginosa)

Apfelrose

Bibernellrose

(Rosa spinosissima)

 

Palmweide

(Salix caprea)

Salweide

Aschweide

(Salix cinerea)

Grauweide

Lavendelweide

(Salix elaeagnos)

 

Purpurweide

(Salix purpurea)

 

Schwarzer Holunder

(Sambucus nigra)

Holler

Traubenholunder

(Sambucus racemosa)

Roter Holunder

Wolliger Schneeball

(Viburnum lantana)

 

Gemeiner Schneeball

(Viburnum opulus)

 


 

Pflanzen, die auf Grund der Gefahr des Feuerbrandes vorübergehend aus dem Pflanzensortiment entfernt wurden:

Holzapfel, Wildbirne, Eberesche, Elsbeere, Weißdorn

Für weitere Informationen, Vorplanungen, Projektierungen und zur Antragstellung wenden Sie sich bitte an die NÖ Agrarbezirksbehörde


Weiterführende Informationen

Ihre Kontaktstelle des Landes

NÖ Agrarbezirksbehörde Dipl. Ing. Christian Steiner E-Mail: post.abb@noel.gv.at
Tel: 02742/9005/16055, Fax: 02742/9005/16580

3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 12

Lageplan, Adressen aller Dienststellen


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Letzte Änderung dieser Seite: 07.05.2014

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