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Niederösterreich 
Horner Bundbrief 1608 (Ausschnitt), NÖLA Ständische Urkunde A-10-11

Novemberpogrom 1938

Antijüdische Ausschreitungen in Niederösterreich

Schreiben der Kreisleitung der NSDAP Baden an den Gauwirtschaftsberater vom 12. 12. 1938, Seite 1
© NÖLA

 

NÖ Landesarchiv, Landeshauptmannschaft Niederdonau,
Landesamt II/6, Stammzahl 578/24-1939, Kt. 1262, Schreiben der Kreisleitung der NSDAP Baden an den Gauwirtschaftsberater vom 12. 12. 1938.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verübten auch in Niederösterreich Angehörige von SA und SS Ausschreitungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Synagogen und andere jüdische Einrichtungen wurden verwüstet, Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert, Juden und Jüdinnen aus ihren Wohnungen vertrieben. Teile der Bevölkerung wirkten daran mit. Vorwand war die Ermordung des Legationssekretärs an der deutschen Botschaft in Paris Ernst vom Rath am 7. November 1938 durch den Juden Herschel Grynszpan. Die Pogrome wurden von der NSDAP gezielt ausgelöst und gesteuert. Die NS-Propaganda trachtete aber danach, diese Ausschreitungen als spontanen Ausbruch des „Volkszorns" darzustellen.


Schreiben der Kreisleitung der NSDAP Baden an den Gauwirtschaftsberater vom 12. 12. 1938, Seite 2
© NÖLA

 

 

Das gezeigte Dokument beschreibt die Ereignisse in der Stadt Baden und ist Teil eines Sammelaktes. Dieser enthält die Meldungen aus den politischen Bezirken an den Gauwirtschaftsberater von Niederdonau. Das besondere Interesse der NS-Stellen galt den im Zuge der Pogrome vorgenommenen „Beschlagnahmungen". Um Bereicherung von Privatpersonen möglichst hintanzuhalten, hatten die geraubten Vermögenswerte umgehend der zuständigen Dienststelle der Gestapo übergeben zu werden.
Die Novemberpogrome hatten auch Signalwirkung: Sie sollten der mit der Auswanderung noch zögernden jüdischen Bevölkerung vollends klar machen, dass weder ihre Person noch ihr Eigentum im Deutschen Reich sicher waren.




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Letzte Änderung dieser Seite: 10.11.2011