"Sag mir, wo die Juden sind"
Zum Beispiel: St. Pölten. Migration und Gegenwart, Vertreibung und Gedächtnis
Das Projekt verbindet historische Forschung zur jüdischen Geschichte Österreichs mit dem regionalen Schwerpunkt St. Pölten (Heimatstadt der beteiligten Schüler/innen) mit dem hoch aktuellen Thema der Migration. Die wissenschaftliche Arbeit besteht aus drei thematisch und methodisch verschränkten Teilprojekten mit folgenden Zielen: Vertiefung des Wissens über die jüdische Migrations- und Vertrei-bungsgeschichte St. Pöltens; Entwicklung und Überprüfung von allgemein gültigen Parametern gelun-gener und gescheiterter Migration; Bewusstmachung und Analyse eigener und anderer Migrationser-fahrung und Erforschung des Erkenntnisprozesses selbst.
Das erste Teilprojekt erhebt im Rahmen einer anonymen Umfrage an den 6. und 7. Klassen der Part-nerschulen (ca. 200 Schüler/innen) die Verankerung der Geschichte der jüdischen Gemeinde St. Pöl-ten im kollektiven Gedächtnis von Jugendlichen sowie deren Haltungen zu Migration, Integration und Ausgrenzung. Im zweiten Teilprojekt werten drei Klassen (ca. 90 Schüler/innen) unedierte jüdische Lebenserinnerungen aus Österreich nach Methoden der modernen Migrationsforschung aus und ver-gleichen die meist freiwillige Migration des 19. und 20. Jahrhunderts mit der Zwangsemigration nach dem „Anschluss" 1938. Dabei ist auch der Erkenntnisprozess der Schüler/innen selbst Gegenstand der Untersuchung. Das dritte Teilprojekt (Dissertation) erforscht die „Jüdische Migration in den ländli-chen Raum Österreichs 1848-1921" und arbeitet die Ergebnisse der Schüler/innen ein.
In Einführungsworkshops erhalten die Schüler/innen Informationen zu Methoden und Praxis histori-scher und sozialwissenschaftlicher Forschung, zur Analyse von autobiographischen Texten und zur jüdischen Religion und Kultur. Die Exkursion „Spurensuche Jüdisches St. Pölten" verankert die Theorien an konkreten Orten der Stadt. Als kreatives Nebenprodukt wird dazu ein Film entstehen, der auch historisches Filmmaterial verwendet.
Das Projekt wird gefördert von Sparkling Science.
Projektleiterin: PD Dr. Martha Keil
Mitarbeiter/innen: Dr. Wolfgang Gasser; Mag. Iris Palenik
Institut für jüdische Geschichte Österreichs
Kooperationspartner:
BG/BRG St. Pölten, Josefstraße http://www.bgstpoelten.ac.at;
BRG/BORG St. Pölten, Schulring http://www.borgstpoelten.ac.at/
Niederösterreichisches Landesarchiv http://www.noe.gv.at/Bildung/Landesarchiv-.html
ORF, Historisches Archiv
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung K2
Mag. Elisabeth Loinig E-Mail: elisabeth.loinig@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12054, Fax: 02742/9005-12052
3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus Kulturbezirk 4